so, ich bin eigentlich schon seit samstag wieder zurück im trauten england. das wetter ist wie üblich schirch, bewölkt, und die trübe stimmung ist mit kurzen unterbrechungen, die man für gewöhnlich tageslicht nennt, eigentlich allgemein recht trüb.
speaking of trübness (denglish ahoy), meine hacke fäut mich jeden tag mehr an. ich bin momentan so wahnsinnig unmotiviert und faul, dass es mich nicht einmal besonders juckt, dass man mich in der woche meiner abwesenheit in einer nacht- und nebelaktion von meinem extrem coolen sitzplatz auf den kleinsten schreibtisch des gesamten offices übersiedelt (ein logistischer fehler, wie mir jetzt die „culture coordinator“ tusnelda klarmachen wollte), habe einen neuen jobtitle („senior project director“) und neben mir sitzt ein typ (an einem wesentlich größeren schreibtisch) den ich angeblich irgendwann mal eingestellt habe, aber der jetzt für einen anderen account arbeitet.
wie ihr seht, es tut sich viel in meinem leben. ungewollterweise.
und dann auch noch das immanente verkehrsproblem. heute ist es so lächerlich geworden, dass ich in einem quasi-sturm auf die bastille (gemeint ist die 1. klasse im zug) veranstaltet und mich frecherweise auf einen sitzplatz in ebendieser niedergelassen habe. nach einem kurzen raunen der empörung der in der 1. klasse lebenden bourgeoisie, das ich mit einem bedrohlichen blick der kochenden wut und einem schnaufen des absolut tödlichen todes quittiert habe, gab ich mich aufgrund eines „signal failure“ für unfreiwillig verlängerte eineinhalb stunden dem süßen leben eines 1. klasse passagiers hin und genoss cappuccino (schüttete mir einer über die hose), den anblick eines 5-gänge menüs (5 sandwiches verdrückt von der übergewichtigen sitznachbarin) und einen lapdance (durchgeführt von dem fettleibigen, schwitzenden inder).
nicht dass mich diese annehmlichkeiten störten, ich hätte sie gerne jeden tag, denn es ist immer noch besser als mit dem gesicht in der als in der arschritze eines fremden zu stecken weil man nicht mal mehr zum stehen platz hat.
kurze statistik: auf 100 sitzende passagiere kommen 66 stehende. das wäre an sich nicht so übel, wenn der zug tatsächlich dafür ausgelegt wäre, dass er STEHENDE passagiere transportieren würde. und so drängen sich 66 menschen auf ca. 8 m² fläche, die zum stehen da sind weil sich dort keine sitze mehr hinbauen ließen. der zug ist jedenfalls genauso komfortabel und mit viel freiraum gebaut wie ein billigflieger für kleinwüchsige nach mallorca.
und deswegen der offene brief an die first great western:
Dear Sirs,
I wanted to take the opportunity to point you to my life-changing experiences on your train service I am forced to use every day.
Not only have I had accidental intimate, near sexual encounters with older and mostly fat men that I did not actively seek and I am sure they haven’t either, I have also had the chance to IMAGINE how it must be to live in a poultry farm – as the chicken. Oh, and just now I’ve checked your website and you’ve again cancelled all trains between London Paddington to Reading for the next 3-4 hours. What a delight.
However, although I’ve paid you about 1200 pounds in the last four months and received no value, a single punctual train or not even an incentive for all the time lost on your service, I don’t want to waste too much of your time. I would gratuously express my feelings about this situation, your business ethics, your customer service, your arrogance towards critics, and your ridiculously high prices that are in not a single way justified, with a big, big, VERY big
Fuck you, First Great Western!
Yours sincerely with love,
Weener