bisher hatte ich es ja nur für ein gerücht gehalten. aber es ist leider wahr. briten saufen gerne, und das ordentlich. bis sie so dämlich sind, dass sie täglich ihre 5 zeilen trivialmeldung über kate moss, paris hilton und andere schlampen brauchen. mir kommt’s vor als könnte man ohne die zwei gar keine vernünftige zeitung machen hier in london. in den diversen gratiszeitungen (ich glaub es gibt so zw. 4-7 stück) wird ein- und dieselbe meldung wieder und wieder durchgekaut. apropos kauen: eva longoria von den desperate housewives hat sich eine ente süß-sauer beim chinesen geholt. ja, tatsächlich!
eye contact
ansonsten kann ich nur sagen: vermeidet, VERMEIDET es unter allen umständen, augenkontakt in der ubahn bzw. tube aufzunehmen. wer einmal augenkontakt hatte, wird in einen strudel des verderbens hineingezogen.
augenkontakt in der tube ist ein sakrileg. ich finde, ein nicht unangenehmes ungeschriebenes gesetz. man wahrt distanz auch wenn die nase in der achselhöhle eines bankers drinsteckt (kein sehr angenehmer geruch, übrigens). augenkontakt ist ein eindeutiger einbruch in die privatsphäre des gegenübers. und wenn man DOCH mal augenkontakt hat, hat man ihn nicht nur einmal. man guckt schnell weg, und sieht nach ein paar sekunden wieder hin, um nachzusehen ob der andre einen eh nicht mehr anschaut. und prompt sieht er oder sie her. aus demselben grund wie du selbst. das geht so lange weiter, bis einer der beiden starrer ein spontanes, tiefgreifendes interesse an plakatwerbung entwickelt. oder sich den paris hilton fünfzeiler in der gratiszeitung so lange durchliest, bis an der stelle wo der artikel stand ein riesiges brandloch klafft.
abgesehen davon laufen hier viele foreigners, so wie ich einer bin, herum. viele aus dem commonwealth. jedenfalls bin ich momentan noch nicht in der lage, einen australier von einem normalen engländer zu unterscheiden. rein äußerlich. sprachlich unterscheiden sie sich insofern, als das die londoner noch unverständlicher reden als die aussies. und die restlichen foreigners sprechen mit einem so starken akzent, dass man meinen würde sie sprächen ohnehin ihre landessprache.
essen
dass die engländer zwar zivilisiert sind und beinahe die ganze welt irgendwann mal mit tweedsakkos, 5-uhr-tee und cricket beglückt haben, wissen wir aus der geschichte. wir wissen aber auch, dass die engländer ob ihrer beschäftigung mit komplizierten sportarten, dem weben von grässlich juckenden stoffen und dem trinken des suds halbverfaulter (fermentierter) pflanzen keine zeit hatten, eine esskultur zu entwickeln. sie konnten den lebensmitteln nicht mal die richtigen namen zuordnen. aus diesem grund heißen pommes frites auch „chips“ und was man bei uns als chips bezeichnet, „crisps“.
sie kennen nur 1 art des schinkens. wurst? ja, in spezial-feinkost läden. der waitrose bei mir zuhause hat doch tatsächlich eine schwarzwälder wurst.
und eine sehr seltsame angewohnheit, die ich selbst schon beobachten konnte und worüber ich und meine liebste immer wieder mit offenem mund eine andächtige schweigeminute halten: ein sandwich mit butter, belegt mit „crisps“. abgesehen davon wird hier alles mit „chips“ gegessen. couscous mit chips, thai-gemüse mit huhn und chips, salat mit chips, sandwich mit chips. chips sind hier sowas wie brot.
ja, brot. auch eine etwas unterentwickeltes grundnahrungsmittel hier. man bekommt entweder baguettes, die ganz ok sind und hier „flutes“ heißen, oder aufgeweichte, letscherte scheiben weißbrot. ohne toaster ist man hier aufgeschmissen. und weit und breit KEIN vollkornbrot. kein schwarzbrot. kein lecker duftendes kürbiskern- oder sesambrot. nada.
conclusio: essen is hier zum speiben.
achgott, i just love this city.
