ein weener in london

Beiträge vom Februar 2007

minding the cultural gap

Februar 26, 2007 · Kommentar schreiben

bisher hatte ich es ja nur für ein gerücht gehalten. aber es ist leider wahr. briten saufen gerne, und das ordentlich. bis sie so dämlich sind, dass sie täglich ihre 5 zeilen trivialmeldung über kate moss, paris hilton und andere schlampen brauchen. mir kommt’s vor als könnte man ohne die zwei gar keine vernünftige zeitung machen hier in london. in den diversen gratiszeitungen (ich glaub es gibt so zw. 4-7 stück) wird ein- und dieselbe meldung wieder und wieder durchgekaut. apropos kauen: eva longoria von den desperate housewives hat sich eine ente süß-sauer beim chinesen geholt. ja, tatsächlich!

eye contact

ansonsten kann ich nur sagen: vermeidet, VERMEIDET es unter allen umständen, augenkontakt in der ubahn bzw. tube aufzunehmen. wer einmal augenkontakt hatte, wird in einen strudel des verderbens hineingezogen.

augenkontakt in der tube ist ein sakrileg. ich finde, ein nicht unangenehmes ungeschriebenes gesetz. man wahrt distanz auch wenn die nase in der achselhöhle eines bankers drinsteckt (kein sehr angenehmer geruch, übrigens).  augenkontakt ist ein eindeutiger einbruch in die privatsphäre des gegenübers. und wenn man DOCH mal augenkontakt hat, hat man ihn nicht nur einmal. man guckt schnell weg, und sieht nach ein paar sekunden wieder hin, um nachzusehen ob der andre einen eh nicht mehr anschaut. und prompt sieht er oder sie her. aus demselben grund wie du selbst. das geht so lange weiter, bis einer der beiden starrer ein spontanes, tiefgreifendes interesse an plakatwerbung entwickelt. oder sich den paris hilton fünfzeiler in der gratiszeitung so lange durchliest, bis an der stelle wo der artikel stand ein riesiges brandloch klafft.

abgesehen davon laufen hier viele foreigners, so wie ich einer bin, herum. viele aus dem commonwealth. jedenfalls bin ich momentan noch nicht in der lage, einen australier von einem normalen engländer zu unterscheiden. rein äußerlich. sprachlich unterscheiden sie sich insofern, als das die londoner noch unverständlicher reden als die aussies. und die restlichen foreigners sprechen mit einem so starken akzent, dass man meinen würde sie sprächen ohnehin ihre landessprache.

essen

dass die engländer zwar zivilisiert sind und beinahe die ganze welt irgendwann mal mit tweedsakkos, 5-uhr-tee und cricket beglückt haben,  wissen wir aus der geschichte. wir wissen aber auch, dass die engländer ob ihrer beschäftigung mit komplizierten sportarten, dem weben von grässlich juckenden stoffen und dem trinken des suds halbverfaulter (fermentierter) pflanzen keine zeit hatten, eine esskultur zu entwickeln. sie konnten den lebensmitteln nicht mal die richtigen namen zuordnen. aus diesem grund heißen pommes frites auch „chips“ und was man bei uns als chips bezeichnet, „crisps“.

sie kennen nur 1 art des schinkens. wurst? ja, in spezial-feinkost läden. der waitrose bei mir zuhause hat doch tatsächlich eine schwarzwälder wurst.

und eine sehr seltsame angewohnheit, die ich selbst schon beobachten konnte und worüber ich und meine liebste immer wieder mit offenem mund eine andächtige schweigeminute halten: ein sandwich mit butter, belegt mit „crisps“. abgesehen davon wird hier alles mit „chips“ gegessen. couscous mit chips, thai-gemüse mit huhn und chips, salat mit chips, sandwich mit chips. chips sind hier sowas wie brot.

ja, brot. auch eine etwas unterentwickeltes grundnahrungsmittel hier. man bekommt entweder baguettes, die ganz ok sind und hier „flutes“ heißen, oder aufgeweichte, letscherte scheiben weißbrot. ohne toaster ist man hier aufgeschmissen. und weit und breit KEIN vollkornbrot. kein schwarzbrot. kein lecker duftendes kürbiskern- oder sesambrot. nada.

conclusio: essen is hier zum speiben.

achgott, i just love this city.

Kategorien: london life

oyster card – wie man eine kriegt

Februar 26, 2007 · 2 Kommentare

wer nach london kommt, hat meist nicht wirklich eine ahnung was eine oyster card ist, und was sie kostet.

kurz zum checken: eine oyster card ist eine blaue karte (und spart euch jetzt referenzen zur blue oyster bar), mit der man in london billig rumkommt. beispiel: eine single fare (zone 1-2, also zentrum) kostet statt 4,50 (oder so) „nur“ 1,50. die preise für oystercard-besitzer sind meines wissens nach „eingefroren“ und machen nicht die jährlichen erhöhungen mit. auf die oyster card kann man sich ein „guthaben“ raufladen lassen, damit man quasi „pay as you go“ herumfahren kann, wie’s einem beliebt.

bisher hatte ich jedenfalls geglaubt, oyster cards kriegt man nur gegen hergabe seines namens, adresse, telefonnummer und nur mit wohnsitz uk.

falsch geglaubt – an der paddington station (wo zB der heathrow express hingeht) kann man sich für 3 pfund eine oystercard aus dem automaten ziehen. sehr praktisch für touris. einfach unten bei den ubahnticketautomaten gucken.

Kategorien: Kickstart ins Londonleben

kreative

Februar 22, 2007 · Kommentar schreiben

ein gschissenes volk, ehrlich wahr. kindergartenkacke und depperte eitelkeiten gepaart mit inferiorer intelligenz und einer ausgeprägten profilierungsneurose.

in zukunft sind mir alle texter hassobjekte.

jedenfalls weiß ich wieder warum ich sie damals schon nicht leiden konnte. hehe.

Kategorien: agency customs

british humor.

Februar 16, 2007 · Kommentar schreiben

Kategorien: british humor

super.

Februar 15, 2007 · Kommentar schreiben

mein dedicated server ist abgefetzt und jetzt lässt sich das scheißding nicht mehr hochfahren. nachdem ich keine ahnung hab, wie man mit ubuntu eine recovery durchführt, werde ich mich am samstag ins internetcafe setzen, daten backupen und schauen dass ich die 7 oder 8 oder 10 webpräsenzen, die dranhängen, wieder online kriege.

gott wie mühsam das alles ist. aber diesmal lass ich mir kein suse mehr drauf.. das is echt das letzte.

Kategorien: anderweitiges

schulungen & raucherbar-gespräche

Februar 14, 2007 · Kommentar schreiben

die prozesslawine, der man hier in der bude aufgrund des „sarbanes oxley acts“ ausgesetzt ist, haut einen schon ziemlich um zu beginn. das hat man wohl davon, wenn man an der new yorker börse notiert ist. das sind schlimmere zustände als in der telekom damals. aber es muss halt wohl sein. maann, mühsam.

und alles nur wegen enron. diese blöden wichser.

in der raucherbar (ja, wir haben ne bar im haus) unterhielten sich ein engländer und ein holländer über good ol’ austria. lustig, denen zuzuhören. haben total von ihrem sauf- und schifahr-urlaub geschwärmt. und wunderten sich darüber, dass schulkinder tatsächlich zu fuß zur schule gehen können, ohne überfallen, ausgeraubt, in kleine stücke gehackt und an schweine verfüttert zu werden. weils so wahnsinnig sicher ist „in the countryside“.

naja, 1x sound of music gesehen haben und den fremdenführer für hintertupfing lesen dürfte wohl genug an länderkunde sein für die island apes (hä hä hä)

Kategorien: agency customs · bureaucracy

in meinem kopf spielt’s hirnfasching

Februar 13, 2007 · 3 Kommentare

..oder meine geheime verehrerin.

in der hacke scheint’s ja an seltsam-kreativen einfällen der geschäftsführung kaum zu fehlen. diese woche ist nämlich woo-week. es ist eine art kreativer wettbewerb, bei dem man sich ein (rein platonisch natürlich) herzblatt sucht, und dieses auf besonders kreative art und weise mit allerlei aufmerksamkeiten belästigt. am ende der woche gibts gratis alkohol für alle und eine „siegerehrung“ für die besten woo-er. und man soll sich auf der party seinem herzblatt zu erkennen geben.

wie man sieht, und mich kennt, habe ich mich diesem contest natürlich strikt verweigert. auch wenn es mehr darum geht, seine kreativität zu zeigen denn ein agenturbitchen-herz zu erobern. na und? mir den aufwand anzutun um irgendeiner bestiefelten leggingsträgerin ein paar herzrythmusstörungen zu bescheren ist es mir ganz ehrlich nicht wert.

dafür hab ich aber eine verehrerin, die sich explizit mich zum „woo-en“ ausgesucht hat. mein gott, wie penetrant. es ist mir extrem unangenehm. ich fühle mich beobachtet. jemand, den ich nicht kenne macht sich gedanken über mich. oder hat das schon über längere zeit hinweg getan.

und was wird meine herzallerliebste sagen? na wenigstens kann sie mir nicht den kopf dafür abreissen, ICH bin nämlich ausnahmsweise mal schuldlos. hehe.

Kategorien: agency customs

was grad so passiert..

Februar 13, 2007 · Kommentar schreiben

- daumenlutschende, ipod-hörende metrosexuelle ubahnfahrer.

- graumelierte leggings mit braunen cowboy-boots

- paranoia kriegen, weil man einen brief einwerfen muss, der grad mal nicht in die schlitze der paddington station postboxen reinpasst, weil man angst hat als briefbomber verdächtigt zu werden

- abendliches rausschneuzen von ca. 3 kg ruß, feinstaub und sonstiger inhalte londoner luft

- jogger am picadilly circus?! wie wahnsinnig gesund..

- die route maidenhead – paddington und zurück braucht etwa 2 stunden pro fahrtrichtung (mann…)

- erneut festgestellt, dass es sinnlos ist sich über ubahnverspätungen zu ärgern

Kategorien: london life

ein update

Februar 12, 2007 · Kommentar schreiben

- ich hab endlich einen bank account, YEAH! damit eröffnet sich mir eine ganz neue welt an möglichkeiten. wie zB ein TELEFONANSCHLUSS oder die möglichkeit, ein HANDY zu kaufen. ohne credit history ist man in diesem land ein pariah.

- mein sky tv anschluss wird am 27. februar installiert. bis dahin sind wir zuhause internetlos. macht aber nix, weil

- meine bessere hälfte in die usa abgehauen ist. aber eh nur für 2 wochen. nachdem sie ja total wichtige account development managerin für einen weltkonzern ist und EMEA + asia-aktivitäten steuert (man merkt, dass ich stolz bin auf sie) reist sie viel und ich bin zuhause. ich kümmer derweil mich um die kleinen und erledige den haushalt (synonym für ich muss meines juckreizes in der unterhose nicht mehr heimlich entledigen und liege liege wie ein nasser fetzen in der gegend rum).

- geschäfte haben sonntags um 11 uhr vormittags bis 5 uhr nachmittags geöffnet. sehr sehr praktisch.

- heute morgen hab ich die powerpittl zum kaffee in der früh getroffen. nettes gespräch, das mich über einen grauenhaften cappucino (synonym für überteuertes, gefärbtes wasser mit milchschaum) gerettet hat. wir sollten einen club der „internationalen ex-ta-leitln“ gründen. die gute hat in den nächsten 3 tagen viel zu jetten: london – berlin – zürich. diese business-frauen immer.

-  ich langweile mich die 3. woche in folge in der hacke. aber ich hab immerhin ein total anspruchsvolles projekt bekommen. mal sehen.

- headhunter sind in ihrer penetranz teilweise unerträglich. gilt besonders für englische.

Kategorien: london life

kurze notizen

Februar 9, 2007 · 2 Kommentare

hier ist alles ein wenig anders als in tu felix austria:

- hier geschieht bankraub mal umgekehrt. die banken klauen einem bis zu 50 pfund „penalty charge“ pro unerlaubter überziehung des konto. man kann sie sich aber aufgrund irgendeines „fairness act“ wieder zurückholen (was die banken immer tun sogar mit zinsen, weil sie nicht vor gericht gehen wollen wegen dieser sache, um präzedenzfälle zu vermeiden)

- gegen die first great western und london transport sind die öbb und die wiener linien ein muster an pünktlichkeit, komfort, preisgestaltung und kundenfreundlichkeit. 1 cm schnee = 2stündiges morgendliches verkehrschaos

- „grin and bear“ ist DIE überlebensstrategie in london. diese stadt ist einfach nichts für ungeduldige choleriker. machen kann man eh nichts. dafür ergeben sich witzige gespräche mit dem herren, der einem in der tube den bierbauch gegen das gesicht drückt

- fast keine hundekacke am boden. dafür schön ausgelegt mit kaugummi

- man wird auf der strasse beinahe nie um zigaretten angeschnorrt(weil die so teuer sind)

-  ich lerne jeden tag neue schimpfwörter. heute: „arseclown“. und wenn was kacke ist, ist es „anal“. anwendungsbeispiel: „this client has been so anal all the time“.

-  die bauliche qualität von wohnungen entsprechen hier nicht den österreichischen standards. fenster sind so gut isoliert wie das durchschnittliche londoner frauenbein – gar nicht.

- frauen haben hier keine strumpfhosen an, und wenn dann nur leggings unterm mini-faltenrock

- frauen sprechen ihnen fremde männer mit „baby“, „honey“, „darling“ an

- engländer haben ein problem mit meinem vornamen. sie sprechen ihn falsch aus. wäre nicht verwunderlich, wenn er deutsch wäre. ist er aber nicht.

Kategorien: Kickstart ins Londonleben