ein weener in london

Beiträge vom Januar 2007

Wohnungssuche, 1. Tag und Shopereignisse

Januar 30, 2007 · 4 Kommentare

Heute morgen war ich Frühstück kaufen in einem SPAR. Der SPAR war in etwa so groß wie meine ehemalige Wohnung in Wien (knapp 49 m²), wurde von Indern betrieben, und im Shop brach just als ich meine groceries bezahlen wollte, eine Streiterei zwischen den Shopkeepern und einem Kunden aus. Der Kunde war ebenfalls Inder. Die haben sich angeflegelt (Grund weiß ich nicht), dass es nur so rauchte.

Dialog:

Shopkeeper: „Please leave the shop“ (in sehr ruhigem, eher leisen Ton)

Kunde: „DONT SHOUT AT ME!!!“ (laut)

Shopkeeper: „I’M NOT SHOUTING AT YOU!!!“ (laut)

Shopkeeper 2: (während ich bezahle) „GET THE FUCK OUT OF MY STORE!!“ (laut) „5.70, please..“ (leise)

Naja.

Nachher gings nach Maidenhead, Wohnungen anschaun. Waren ein paar ganz nette Buden dabei, morgen gehts weiter.

Meine Liebste (ja, sie betreibt ein eigenes Blog über diese halsbrecherische Irrsinnsaktion namens Emigration nach London) hat grad vorhin angemerkt, dass ich nichts positives geschrieben habe über den ersten Tag. Naja, viel war eh nicht dabei. Aber einiges schon: nämlich, dass wir endlich in London sind. Ich wollte ja schon immer hierher. Und jetzt ist quasi mal endlich was wahrgeworden, was ich mir so in meinem Kopf ausgedacht hatte, und bisher eigentlich immer zu bequem war umzusetzen. Ohne sie wär ich nicht hier.

Bin gespannt, was sich morgen tut. Ich sollte jedenfalls mal meinen zukünftigen Arbeitgeber aufsuchen um abzuklären, dass das mit 1. Februar eh klar geht.  Nicht dass ich dort auftauche und man weiß nicht wer ich bin. Wäre ein wenig peinlich.

P.S.: Ticketpreise für Transportation variieren nach Tages- und Nachtzeit. Die Tücken der Privatisierung eben.

Mood: Wir fühlen uns immer noch wie Touristen. Aber irgendwie finden wir alles verdammt cool.

Kategorien: Kickstart ins Londonleben

Angekommen. Wohnung suchen.

Januar 30, 2007 · Kommentar schreiben

Gestern in London angekommen. Angefangen vom Flug von Wien (mit 3 Stunden Verspätung) bis zum Abholdienst, der uns versehentlich von 9:15 am auf 9:15 pm angesetzt hatte, hat eigentlich gar nichts so richtig hingehauen. Ein toller Start. Ich war gestern schon so frustriert, dass ich dachte ich sauf mich jetzt typisch englisch mal ordentlich nieder und zettle im nächsten Pub eine ordentliche Schlägerei an.

Jedenfalls konnten wir aufgrund der Verspätung keinen einzigen Termin wahrnehmen, den wir gestern angesetzt hatten (Wohnungsbesichtigungen), und haben das auf heute verschoben. Mal sehen, welche Bruchbuden wir uns diesmal zu Gemüte führen müssen. Aber Maidenhead (wo mein Babe und ich planen zu wohnen) ist wenigstens nicht ganz so unverschämt teuer wie London selbst.

Übrigens: hier läuft die Wohnungssuche komplett über sog. „Estate Agents“. Es gibt zwar private Anzeigen, aber im Gegensatz zu Österreich kosten Makler hier nichts. Die Kosten für diese Halsabschneider übernehmen die Landlords (=Vermieter) selbst. Landlord.. das klingt so herrschaftlich. Hooray für die Leibeigenschaft.

Gute Webseiten um ne Bude zu finden:

http://www.gumtree.com

http://www.loot.com

http://www.findaproperty.com

Was einem bei der Wohnungssuche als wohnkulturtechnisch bisher ziemlich ignoranter  Mensch auffällt: Die Wohnsituation der Engländer ist zum scheißen. Mit anderen Worten: die Wohnungen sind winzig, stinken manchmal, haben oft Teppichboden aus den 70ern noch (Bazillenschleudern, dass einem schlecht wird), sind scheiße isoliert und schweineteuer. Quadratmeter oder irgendwelche Maßangaben fehlen meist, werden aber manchmal dazugeschrieben (allerdings in square feet usw.). Gemessen wird in „Bedrooms“. Was bei uns als Garconniere gilt, ist eine „Studio Flat“. 1 Bedroom bedeutet meist, dass eine Art Wohnzimmer oder Vorzimmer auch noch dabei ist (Living room bzw. Reception). Die Progression lässt sich dann ja ganz gut erraten.

Ausserdem haben die Vermieter alle eine Heidenangst, dass irgendein Gauner einzieht. Die durchleuchten die Tenants (=Mieter) wie das FBI Kevin Mitnick vor der Festnahme. Grade, dass man ihnen nicht die Farbe des Stuhlgangs der letzten 3 Monate nachweisen muss. Und das, obwohl es sowas wie Mieterschutz nicht gibt. Nur sehr rudimentär, jedenfalls.

Noch auf der Checkliste:

- Bankkonto checken (für Neuankömmlinge war das bisher ziemlich schwer, aber das HSBC-Produkt „Passport“ wirds im notfall auch tun, wenn wir nicht innerhalb der nächsten 7-10 Tage eine Wohnung finden)

- National Insurance Number (bekommt man über Jobcentre, das englische AMS)

- Oyster Card für London (spart ne Menge Geld bei Public Transport. Bleibt aber immer noch sauteuer, 1 Woche Zone 1-2 kostet ca. 24 Pfund!!!)

- First Great Western Young Persons Railcard (spart Geld für unter-26jährige bei Zugtickets, allerdings nur off-peak, ausserhalb der Rush hours)

Kategorien: Kickstart ins Londonleben